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German Holy Bible - Luther Wordproject Bible
48 verses
1Es war aber ein Mann zu Cäsarea mit Namen Kornelius, ein Hauptmann von der Schar, die da heißt die italische.
2Der war fromm und gottesfürchtig samt seinem ganzen Hause und gab dem Volk viel Almosen und betete immer zu Gott.
3Der sah in einem Gesicht um die neunte Stunde am Tage deutlich einen Engel Gottes zu sich eintreten, der sprach zu ihm: Kornelius!
4Er aber sah ihn an, erschrak und sprach: Herr, was ist's? Er aber sprach zu ihm: Deine Gebete und deine Almosen sind hinaufgekommen ins Gedächtnis vor Gott.
5Und nun sende Männer nach Joppe und laß holen Simon, mit dem Zunamen Petrus,
6welcher ist zur Herberge bei einem Gerber Simon, dessen Haus am Meer liegt.
7Und als der Engel, der mit Kornelius redete, hinweggegangen war, rief er zwei seiner Diener und einen gottesfürchtigen Kriegsknecht von denen, die immer um ihn waren,
8und erzählte ihnen alles und sandte sie nach Joppe.
9Des andern Tages, da diese auf dem Wege waren und nahe zur Stadt kamen, stieg Petrus hinauf auf das Dach, zu beten um die sechste Stunde.
10Und da er hungrig ward, wollte er essen. Als sie ihm aber zubereiteten, ward er verzückt
11und sah den Himmel aufgetan und herniederfahren ein Gefäß wie ein großes leinenes Tuch, an vier Zipfeln niedergelassen auf die Erde.
12Darin waren allerlei vierfüßige und kriechende Tiere der Erde und Vögel des Himmels.
13Und es geschah eine Stimme zu ihm: Stehe auf, Petrus, schlachte und iß!
14Petrus aber sprach: O nein, Herr; denn ich habe noch nie etwas Gemeines und Unreines gegessen.
15Und die Stimme sprach zum zweiten Mal zu ihm: Was Gott gereinigt hat, das heiße du nicht gemein.
16Und das geschah zu drei Malen; und das Gefäß ward sogleich wieder aufgenommen gen Himmel.
17Als aber Petrus noch in sich selbst unruhig war, was das Gesicht bedeute, das er gesehen hatte, siehe, da hatten die Männer, von Kornelius gesandt, das Haus Simons erfragt und standen an der Tür,
18riefen und forschten, ob Simon, mit dem Zunamen Petrus, allda zur Herberge wäre.
19Indem aber Petrus sich besann über das Gesicht, sprach der Geist: Siehe, zwei Männer suchen dich,
20stehe auf, steig hinab und zieh mit ihnen und zweifle nicht; denn ich habe sie gesandt.
21Da stieg Petrus hinab zu den Männern und sprach: Siehe, ich bin's, den ihr suchet; was ist die Sache, darum ihr hier seid?
22Sie aber sprachen: Kornelius, der Hauptmann, ein frommer und gottesfürchtiger Mann und guten Rufs bei dem ganzen Volk der Juden, hat Befehl empfangen von einem heiligen Engel, daß er dich sollte holen lassen in sein Haus und hören, was du zu sagen hast.
23Da rief er sie herein und herbergte sie. Des andern Tages machte er sich auf und zog aus mit ihnen, und etliche Brüder von Joppe gingen mit ihm.
24Und des andern Tages kam er nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte zusammengerufen seine Verwandten und nächsten Freunde.
25Und als Petrus hineinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel zu seinen Füßen und betete ihn an.
26Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Stehe auf, ich bin auch nur ein Mensch.
27Und indem er mit ihm sprach, ging er hinein und fand ihrer viele, die zusammengekommen waren.
28Und er sprach zu ihnen: Ihr wisset, daß es ein unerlaubt Ding ist einem jüdischen Mann, umzugehen mit einem Fremdling oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt, keinen Menschen gemein oder unrein zu heißen.
29Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich geholt ward. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen lassen.
30Kornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich um die neunte Stunde in meinem Hause. Und siehe, da stand ein Mann vor mir in einem hellen Kleid
31und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört, und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott.
32So sende nun nach Joppe und laß herrufen Simon, mit dem Zunamen Petrus, welcher ist zur Herberge in dem Hause des Gerbers Simon an dem Meer.
33Da sandte ich alsbald zu dir; und du hast wohl getan, daß du gekommen bist. Nun sind wir alle hier gegenwärtig vor Gott, zu hören alles, was dir vom Herrn befohlen ist.
34Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht;
35sondern in jeglichem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.
36Ihr wisset die Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, als er verkündigen ließ den Frieden durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alle,
37und was da geschehen ist im ganzen jüdischen Land, und wie Gott angefangen hat in Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte,
38und diesen Jesus von Nazareth gesalbt hat mit heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat wohlgetan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit ihm.
39Und wir sind Zeugen alles des, was er getan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie an das Holz gehängt und getötet.
40Den hat Gott auferweckt am dritten Tage und hat ihn erscheinen lassen,
41nicht allem Volk, sondern uns, den von Gott vorerwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten.
42Und er hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu bezeugen, daß er ist verordnet von Gott zum Richter der Lebendigen und der Toten.
43Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.
44Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten.
45Und die Gläubigen aus den Juden, die mit Petrus gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward;
46denn sie hörten, daß sie in Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus:
47Mag auch jemand dem Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben gleichwie auch wir?
48Und befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, daß er etliche Tage dabliebe.