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German Holy Bible - Luther Wordproject Bible
36 verses
1Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.
2Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.
3Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muß auf meinen Gott.
4Die mich ohne Grund hassen, sind mehr, als ich Haare auf dem Haupte habe. Die mir zu Unrecht feind sind und mich verderben wollen, sind mächtig. Ich soll zurückgeben, was ich nicht geraubt habe.
5Gott, du kennst meine Torheit, und meine Schuld ist dir nicht verborgen.
6Laß an mir nicht zuschanden werden, die deiner harren, Herr, HERR Zebaoth! Laß an mir nicht schamrot werden, die dich suchen, Gott Israels!
7Denn um deinetwillen trage ich Schmach, mein Angesicht ist voller Schande.
8Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Kindern meiner Mutter;
9denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.
10Ich weine bitterlich und faste, und man spottet meiner dazu.
11Ich habe einen Sack angezogen, aber sie treiben ihren Spott mit mir.
12Die im Tor sitzen, schwatzen von mir, und beim Zechen singt man von mir.
13Ich aber bete zu dir, HERR, zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.
14Errette mich aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke, daß ich errettet werde von denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern;
15daß mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.
16Erhöre mich, HERR, denn deine Güte ist tröstlich; wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit
17und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte, denn mir ist angst; erhöre mich eilends.
18Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie, erlöse mich um meiner Feinde willen.
19Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham; meine Widersacher sind dir alle vor Augen.
20Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine.
21Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst.
22Ihr Tisch werde ihnen zur Falle, zur Vergeltung und zum Strick.
23Ihre Augen sollen finster werden, daß sie nicht sehen, und ihre Hüften laß immerfort wanken.
24Gieß deine Ungnade über sie aus, und dein grimmiger Zorn ergreife sie.
25Ihre Wohnstatt soll verwüstet werden, und niemand wohne in ihren Zelten.
26Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und reden gern von dem Schmerz dessen, den du hart getroffen hast.
27Laß sie aus einer Schuld in die andre fallen, daß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit.
28Tilge sie aus dem Buch des Lebens, daß sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten.
29Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Gott, deine Hilfe schütze mich!
30Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank.
31Das wird dem HERRN besser gefallen als ein Stier, der Hörner und Klauen hat.
32Die Elenden sehen es und freuen sich, und die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben.
33Denn der HERR hört die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht.
34Es lobe ihn Himmel und Erde, die Meere mit allem, was sich darin regt.
35Denn Gott wird Zion helfen und die Städte Judas bauen, daß man dort wohne und sie besitze.
36Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben, und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben.