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German Holy Bible - Luther Wordproject Bible
18 verses
1HERR, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir.
2Laß mein Gebet vor dich kommen, neige deine Ohren zu meinem Schreien.
3Denn meine Seele ist übervoll an Leiden, und mein Leben ist nahe dem Tode.
4Ich bin denen gleich geachtet, die in die Grube fahren, ich bin wie ein Mann, der keine Kraft mehr hat.
5Ich liege unter den Toten verlassen, wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, derer du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand geschieden sind.
6Du hast mich hinunter in die Grube gelegt, in die Finsternis und in die Tiefe.
7Dein Grimm drückt mich nieder, du bedrängst mich mit allen deinen Fluten. SELA.
8Meine Freunde hast du mir entfremdet, du hast mich ihnen zum Abscheu gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht heraus,
9mein Auge sehnt sich aus dem Elend. HERR, ich rufe zu dir täglich; ich breite meine Hände aus zu dir.
10Wirst du an den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? SELA.
11Wird man im Grabe erzählen deine Güte und deine Treue bei den Toten?
12Werden denn deine Wunder in der Finsternis erkannt oder deine Gerechtigkeit im Lande des Vergessens?
13Aber ich schreie zu dir, HERR, und mein Gebet kommt frühe vor dich:
14Warum verstößt du, HERR, meine Seele und verbirgst dein Antlitz vor mir?
15Ich bin elend und dem Tode nahe von Jugend auf; ich erleide deine Schrecken, daß ich fast verzage.
16Dein Grimm geht über mich, deine Schrecken vernichten mich.
17Sie umgeben mich täglich wie Fluten und umringen mich allzumal.
18Meine Freunde und Nächsten hast du mir entfremdet, und meine Verwandten hältst du fern von mir.